• Gojitas@feddit.org
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    3 days ago

    Mal abseits davon ob sowas Sinn macht. Warum sollen Staatlich vorgeschriebene Pflichtversicherungen eigentlich von privaten Versicherungsunternehmen übernommen werden. Warum nicht alle Pflichtversicherungen in einen Staatlichen Topf. Alles andere dann privat regeln. Also ich weiß warum aber trotzdem.

  • copacetic@discuss.tchncs.de
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    3 days ago

    “Sonst können wir uns schon jetzt auf Milliardenschäden bei künftigen Hochwassern gefasst machen”

    Naja, die Schäden werden passieren. Die Frage ist nur wer sie bezahlt. Ich bezweifle, dass man es über die Versicherungen wirklich auf die Hauseigentümer abwälzen kann. Dafür wohnen dort zu viele einflussreiche CxU-Wähler.

  • Don_alForno@feddit.org
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    2 days ago

    Um eine langfristige Rückversicherbarkeit sicherzustellen, wollen Union und SPD außerdem eine staatliche Rückversicherung für Elementarschäden einführen. Die Versicherungsbedingungen werde man weitgehend regulieren, lautet die Ansage.

    Hey, ich hab ne geile Idee. Wenn ihr schon eine Pflichtversicherung einführt, dann macht doch gleich eine öffentliche Versicherung daraus, anstatt noch für die Gewinnerzielungsabsicht privater Versicherer mit zu garantieren.

    Wenn eh Vater Staat die Rückversicherung übernimmt, ist das übrigens linke Tasche rechte Tasche, und entlastet den Haushalt im Katastrophenfall um ca. 0€.

    • golli@lemm.ee
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      2 days ago

      Sehe ich genauso, wenn Pflicht für alle, dann staatlich, was aber wie du sagst rechte Tasche linke Tasche wäre. Wobei es mMn eigentlich das, was eine Pflichtversicherung leisten sollte eh schon gibt: Der Sozialstaat sichert einen dagegen ab, dass man vor dem absoluten nichts steht und der Katastrophen Schutz gegen die akute Gefahr im Ernstfall. Worum es hier ja eigentlich geht ist doch “nur” der Schutz von Eigentum.

      Ich denke hinter dem Vorstoß liegt vor allem Lobbyismus und politische Kalkulation. Für die Versicherungen wird es natürlich ein neuer Markt (wobei das auch mit Risiken verbunden ist, dass man es akkurat einschätzen muss). Für die Politiker geht es vor allem darum sich aus der Verantwortung zu ziehen.

      Man könnte so eine Versicherung natürlich nutzen um Leute dazu zu motivieren präventive Maßnahmen zu ergreifen und langfristig aus Gefahrengebieten wegzuziehen. Allerdings glaube ich eher es geht darum, dass Naturkatastrophen langfristig gefährlicher und mehr werden und keiner der Politiker will im Ernstfall derjenige sein, der als erster sagt: “ihr wurdet aus der Gefahr gerettet und es gibt einen Sozialstaat mit Bürgergeld. Es gibt kein Anrecht auf ein Eigenheim und Wiederaufbauhilfen, das kann sich der Staat nicht leisten.” Das wäre politischer Selbstmord.

      Durch die Versicherung lässt sich der Status quo vielleicht noch etwas verlängern (bis die Kosten zu hoch werden) und man muss selbst nicht mehr der Buhmann im Ernstfall sein.

  • rbn@sopuli.xyz
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    3 days ago

    Ist ein bisschen wie beim Breitbandausbau. Es gibt Gegenden, wo wenige Menschen wohnen und ein Ausbau mit Glasfaser wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Man kann dann als Staat entweder Fördermittel bereitstellen und es somit auf die Allgemeinheit umlegen oder man kann die Anbieter verpflichten, es aus eigener Tasche zu bezahlen, die es dann wiederum durch höhere Preise auf die Allgemeinheit umlegen.

    Wenn man die Leute, die fernab der Städte (beim Glasfaserausbau) oder in Hochwasserrisikogebieten wohnen, die Kosten für Ausbau oder Versicherung selbst tragen lässt, so können sich die Eigentümer das nicht leisten und verlieren - wenn es zur Pflicht wird - im Zweifel schon vor einem konkreten Schadensereignis ihr Zuhause.

    Ist aus meiner Sicht Abwägungssache. In Gebieten mit besonders hohem Risiko, sollte man aus meiner Sicht eher Menschen zwangsumsiedeln statt absehbare, kontinuierlich wachsende Schäden in Kauf zu nehmen. Und wo möglich, sollte man dem Wasser entsprechende Flächen bereitstellen, auf denen es sich bei Hochwasser ausbreiten kann. Aber bei derartigen Maßnahmen sind ja leider auch direkt wieder Bürgerinitiativen am Start, die das zu verhindern versuchen. Sie betrifft das Hochwasser ja schließlich nicht persönlich, sondern die “Idioten” flussabwärts.

    • AntonMuster@discuss.tchncs.de
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      3 days ago

      Wer sein neues Haus in ein Überflutungsgebiet baut, ist dämlich. Das Problem ist jedoch, dass die meisten Häuser nicht in den letzten Jahren gebaut wurden, sondern vor Jahrzehnten – oft wurden sie sogar vererbt. Angesichts der hohen Immobilienpreise kann ich niemandem verübeln, ein vorhandenes Haus zu nutzen oder ein günstiges Haus in einem gefährdeten Gebiet zu kaufen.
      Ich denke also man sollte den Leuten die in so einem Fall alles verlieren schon unter die Arme greifen, aber eben keinesfalls mit einem Neubau an der gleichen Stelle, sondern eben irgendwo wo es sicher ist. Und die gefährdeten Flächen natürlich für den Neubau sperren.

      • rbn@sopuli.xyz
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        3 days ago

        Ich denke also man sollte den Leuten die in so einem Fall alles verlieren schon unter die Arme greifen, aber eben keinesfalls mit einem Neubau an der gleichen Stelle, sondern eben irgendwo wo es sicher ist. Und die gefährdeten Flächen natürlich für den Neubau sperren.

        Ja, genau. So stelle ich mir das auch vor. Wobei ich dem Verkauf an Privatpersonen und umfangreichem Renovierungen in so einem Gebiet auch etwas skeptisch gegenüber stehe. Gerade Leute mit wenig Kapital verschulden sich dann unter Umständen auf Jahrzehnte, um dann nach wenigen Jahren vor dem Nichts zu stehen.

        • Don_alForno@feddit.org
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          2 days ago

          Der Witz ist ja, dass die Versicherungen dann oft sogar nur zahlen, wenn es einen 1:1 Neubau an gleicher Stelle gibt. Da müsste man eben erstmal ansetzen, und diese Art Bedingung verbieten.

          • rbn@sopuli.xyz
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            2 days ago

            Das ist dann aber in der Tat ziemlich bescheuert. Weißt du, wieso das so ist? Ergibt das aus Sicht der Versicherung inhaltlich Sinn außer, dass sie vielleicht nicht zahlen muss? Ich meine, wenn ich mich darauf einlasse und genau an der gleichen Stelle neu baue, ist der nächste Schaden ja quasi vorprogrammiert und die Versicherung darf direkt wieder einspringen!?

            Bei einem Brand o.ä. könnte ich mir noch vorstellen, dass man Versicherungsbetrug vorbeugen möchte (“Hütte gefällt nicht mehr, anzünden, woanders neu bauen”) aber bei Naturkatastrophen?

            • Don_alForno@feddit.org
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              2 days ago

              Weißt du, wieso das so ist?

              Bin nicht vom Fach.

              “Bla bla bla, irgendwas irgendwas, es könnte sich ja sonst irgendein Schmarotzer ein besseres Haus oder Grundstück von der Versicherung erschleichen”

              Unterm Strich wahrscheinlich wie du sagst: Je schwieriger oder unangenehmer es ist, die Bedingungen zu erfüllen, desto seltener muss gezahlt werden.

    • copacetic@discuss.tchncs.de
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      3 days ago

      Zwangsumsiedeln könnte lustig werden, wenn man daran denkt, dass es zum Beispiel um die Innenstadt von Passau geht.

      • rbn@sopuli.xyz
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        3 days ago

        Das ist natürlich keine Entscheidung, die leichtfertig getroffen werden sollte aber nehmen wir mal an - rein hypothetisch - Passau wird perspektivisch alle 5 Jahre von einer massiven Flut betroffen und alle anderen Mittel (z.B. Überflutungsflächen donauaufwärts) sind schon ausgeschöpft. Ergibt es dann Sinn, eine Stadt ständig neu aufzubauen auf Kosten der Allgemeinheit? Ist kacke für die Menschen, die sich dort Zuhause fühlen, keine Frage. Aber wenn die Natur nicht mehr mitspielt, ist das aus meiner Sicht ein besserer Grund als eine Zwangsumsiedling für die Ausweitung eines Braunkohletagebaus. Es muss ja auch nicht zwangsläufig direkt die ganze Stadt umziehen. Eben so viele Menschen wie nötig, um dem Fluss den nötigen Platz zu geben.

        Oder wir müssen unsere Architektur eben den Gegebenheiten anpassen und in solchen Gebieten wieder vermehrt Pfahlbauten oder ähnliches bauen, die im Falle einer Überflutung bewohnbar bleiben oder mit überschaubarem Aufwand reparierbar sind.

        Speziell an der Donau gibt es wenn ich mich recht entsinne aber noch einiges Potential, Maßnahmen für den Hochwasserschutz umzusetzen. Die werden aber seit Jahren, teils Jahrzehnten verhindert.

        • trollercoaster@sh.itjust.works
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          2 days ago

          Städte und Orte an großen Flüssen werden seit Jahrhunderten regelmäßig überschwemmt. Die Leute, die länger dort leben, haben sich in der Regel damit arrangiert. (z.B. wasserunempfindlicher Ausbau und Nutzung der unteren Stockwerke, Mittel zur Selbsthilfe vorhanden)

          Problematisch wird es, wenn Leuten, die eine Gegend nicht kennen, überflutungsgefährdete Wohnungen, Häuser oder Baugrundstücke angedreht werden, ohne sie ausdrücklich darauf hinzuweisen. (Was natürlich den Preis drücken würde)

  • muelltonne@feddit.org
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    3 days ago

    Das große Problem ist hier, dass Versicherungen natürlich genau wissen, wo es Flüsse gibt. Wenn du also eine Pflichtversicherung einführst, dann wird es für die Bewohner der Neubaugebiete “In den Flußauen” und “Vor dem Deich” sehr teuer. Wenn du die angesprochene Opt-Out-Lösung nutzt, wird es noch bekloppter: Dann zahlen alle für eine Hochwasserversicherung, die nicht hochwassergefährdet sind und alle, die wirklich hochwassergefährdet sind, müssen wegen der hohen Kosten opt-outen. Kommt es dann zu Hochwasserereignissen, wird es dann trotzdem das Geschrei nach staatlichen Hilfen geben. Man stelle sich einfach die Ahrtal-Situation vor - da wäre dann die Politik in der Pflicht zu sagen “Pech gehabt, ihr habt euch gegen die Versicherungen entschieden, die ihr nicht bezahlen konntet, ihr kriegt keine staatlichen Hilfen” und das kann sie einfach nicht machen.

    Alternative ist halt, dass man dann in dieser Pflichtversicherung quersubventioniert, also dass Leute, die weit weg vom Wasser wohnen, den Leuten mit dem schicken Ufergrundstück dann die Versicherung subventionieren. Auch das wäre der CDU zuzutrauen.

    • trollercoaster@sh.itjust.works
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      2 days ago

      Hochwasser ist kein reines Uferphänomen. Starkregenereignisse machen sich ihre Gewässer mit neuen Ufern, wo es gerade passt. Ich wohne direkt am Ufer eines Gewässers, aber das einzige Mal, dass in dem Haus (knapp 120 Jahre alt) Wasser im Keller stand, war, als der Abwasserkanal verstopft war und sich die Kacke zurückgestaut hat. An dem fraglichen Gewässer gab es in der Zeit, seitdem das Haus steht, dutzende Überschwemmungen. Im gesamten Ort noch einige mehr. Die jüngste, mit überfluteten Kellern und Straßen, weit abseits jeglicher Gewässer und nicht in niedrig gelegenem Gelände, durch Starkregen.

    • vxx@lemmy.world
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      3 days ago

      Wenn alle versichert sind, kann man doch bedenkenlos weiter alles zubetonieren, Flutzonen bebauen und Flüsse begradigen. /s

  • Undertaker@feddit.org
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    2 days ago

    Da es Leute in der Nähe von Vulkanen gibt: Vulkanversicherungspflicht für alle. Ebenso Erdbebenversicherungspflicht.

    So ein grober Unfug